Ein großes Gebäude mit vielen Fenstern

Neues aus dem Rathaus

Verbandsgemeinde Ruwer erstellt ein Nahversorgungskonzept

In der letzten Verbandsgemeinderatssitzung wurde der Entwurf des Nahversorgungskonzeptes vorgestellt. Dieser wurde auf der Grundlage eines Beschlusses des Haupt- und Finanzausschusses im September letzten Jahres erstellt.

Die Verwaltung benötigt zeitnah ein solches Konzept, um im Rahmen der anstehenden Fortschreibung des Raumordnungsplanes die Interessen der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinden fundiert zu vertreten, die Entwicklungsmöglichkeiten der Verbandsgemeinde und vor allem der zentralen Orte nach dem geltenden und zukünftig anzuwendenden Raumordnungsplan aufzuzeigen und den Einzelhandel in der Verbandsgemeinde Ruwer zu steuern. Hierbei sollen die bestehenden Handelslagen geschützt und die Ansiedlung von großflächigen Einzelhandelsgeschäften mit 800 qm und mehr, gelenkt werden.

Nach Mitteilung der Regionalen Planungsgemeinschaft soll der Raumordnungsplan aus dem Jahr 1985 im kommenden Jahr fortgeschrieben werden. Dieser Plan, der die gesamte Region Trier umfasst, bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung einzelner Ortsgemeinden wie auch der Verbandsgemeinde insgesamt.

Der Entwurf der Fortschreibung, der bereits 2014 erstellt wurde, sieht zur Stärkung der zentral-örtlichen Ansätze vor, dass die Gemeinden Gusterath, Osburg, Pluwig und Waldrach einen Verbund bilden und die bestehende Grundversorgung sichern und ausbauen sollen. Diese Kooperation sieht eine gemeinsame Aufgabenwahrnehmung, auch im Bereich der Grundversorgung vor. Fraglich ist aus Sicht der Verwaltung, ob der angedachte Verbund zweckdienlich ist. Die Ausweisung von Grundversorgungszentren hat u.a. auch Auswirkungen auf die Verteilung der zugewiesenen Schlüsselzuweisungen.

Im Rahmen der Konzeptentwicklung soll zunächst eine vollständige Bestandserhebung als Grundlagenermittlung durchgeführt und folgende Leitfragen behandelt werden: Welche Entwicklungspotentiale hat die VG Ruwer unter Berücksichtigung der Verflechtungen zu den Nachbarkommunen? Welche Entwicklungspotentiale ergeben sich für die einzelnen Ortsgemeinden? Welche Möglichkeiten einer Kooperation ergeben sich gemäß dem vorgesehenen grundzentralen Verbund zwischen Gusterath, Osburg, Pluwig und Waldrach?

Der aktuelle  Konzeptentwurf sieht einen dreigeteilten Versorgungsverbund - vorderer Hochwald, oberes und unteres Ruwertal mit den zentralen Orten Osburg, Pluwig/Gusterath und Waldrach - vor. Außerdem stellt das Konzept das Potential zur Deckung der Nahversorgung in allen drei Bereichen dar. Dies ist eine gute Ausgangslage um die Verbandsgemeinde und die Ortsgemeinden in dem laufenden Planungsprozess zu positionieren.

Nach der ersten Vorstellung im Haupt- und Finanzausschuss und Verbandsgemeinderat erfolgt eine Beteiligung der Gemeinden, der Handels- und Gewerbetriebe wie auch der Fachbehörden. Hier können Anregungen, Änderungswünsche und Klarstellungen eingegeben werden. Nach Abschluss dieses Beteiligungsverfahrens erfolgt im Verbandsgemeinderat im Frühjahr 2022 die Abwägung zu den eingegangenen Stellungnahmen als finale Beschlussfassung.

Um Missverständnissen und Fehlinterpretationen vorzubeugen, möchte ich klarstellen, dass:

1. nach wie vor in allen Orten der Verbandsgemeinde Grundversorger mit einer Größe von kleiner als 800qm Verkaufsfläche angesiedelt werden können,

2. nach Fortschreibung des Raumordnungsplans die 4 Gemeinden des Grundzentrumsverbunds über die konkrete Ansiedlung von Märkten mit einer Größe von 800qm und größer vor Ort entscheiden und

3. die bestehenden Geschäfte und Betriebe nicht geschwächt werden sollen.

 

Herzlichen Grüße

Stephanie Nickels

Ihre Bürgermeisterin