Vermehrt brechen Äste wegen Trockenschäden ab oder ganze Bäume brechen zusammen. Als Folge der Dürrejahre nehmen diese „waldtypischen Gefahren“ zu, Gefahren also, mit denen der Waldbesucher rechnen muss. Waldbesucher sollten vor allem nach stärkeren Winden achtsam sein und sich entsprechend der aktuellen Waldbrandgefährdung angemessen verhalten.
Grundsätzlich hat sich der Gesundheitszustand der Wälder in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren tendenziell verschlechtert. Laut Waldzustandsbericht 2025 ist artenübergreifend jeder dritte Waldbaum in RLP mittelstark oder stark beschädigt, knapp zwei Prozent sind bereits abgestorben.
Den westlichen Hunsrück und damit die Wälder im Forstamt Hochwald hat vor allem der Dürresommer 2022 besonders hart getroffen. Obwohl die Witterung der letzten beiden Jahre wieder günstiger für das Waldwachstum war, waren nach wie vor bei allen Baumarten die Folgen zu beobachten. Die derzeitige Dürre verstärkt diese Lage erneut.
In den letzten Wochen haben insbesondere die Birke und die Buche stark an Vitalität eingebüßt. Das ungewöhnlich frühe Verfärben und das Verwelken des Laubes sind in der ganzen Region zu beobachten.
Immer mehr Bäume in den Wäldern des Forstamtes zeigen Trockenschäden in Form von absterbenden Ästen oder Kronenteilen. Schadorganismen wie Insekten und Pilze setzen den geschwächten Bäumen vermehrt zu. Äste oder sogar ganze Bäume, die auf den ersten Blick gesund erscheinen und noch grün belaubt sind, können plötzlich zusammenbrechen, wie kürzlich zum Beispiel im Gemeindewald Osburg geschehen (siehe Foto).
Grundsätzlich gilt, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr erfolgt. Geht man in den Wald, nimmt man das Risiko also in Kauf von einem herunterfallenden Ast getroffen zu werden. Dies gilt auch für Waldwege, Wanderwege und MTB-Trails etc.
Äste fallen vor allem dann herab, wenn sie trocken sind. Wind erhöht die Gefahr des Abbruchs. Deshalb sollte man den Wald bei stärkerem Wind lieber nicht betreten. Generell hilft immer der Blick nach oben in die Baumkronen. Bereiche mit abgestorbenen oder losen Baumteilen sollten gemieden werden.
Besondere Vorsicht ist angesichts der mit der Dürre verbundenen Waldbrandgefährdung geboten. Waldbrände werden zum weit überwiegenden Teil vom Menschen verursacht. Leider ist auch immer wieder fahrlässiges Verhalten, wie glimmende Zigaretten oder offenes Feuer, als Ursache festzustellen.
Hintergrund-Info zum Forstamt Hochwald:
Das Forstamt Hochwald mit Sitz in Dhronecken umfasst eine Waldfläche von über 20.000 Hektar im westlichen Hunsrück. Größtenteils liegen die Waldflächen in den Verbandsgemeinden Ruwer, Hermeskeil und Thalfang. Geografisch erstreckt sich der Forstamtsbereich vom westlichen Bereich des Hunsrückhauptkammes über den Osburger Hochwald bis vor die Tore der Stadt Trier. Die Höhenlagen reichen von 155 m über NN an der Mittelmosel bis zu 708 m Höhe am Rösterkopf.
